Kulturagenda Westfalen
Kulturentwicklungsplanung für Westfalen-Lippe
Lesen Sie hier einen Beitrag über die Kulturagenda Westfalen, zuerst erschienen in Politik & Kultur 2/2013. Die Vollversion finden Sie unter
http://www.kulturrat.de/dokumente/puk/puk2013/puk02-13.pdf.
Die Kulturagend
a W
estfalen: ein Kommunikationsprozess
Die Kulturagenda Westfalen ist ein Kommunikationsprozess, in dem möglichst viele Kulturakteure - Künstler, Kulturschaffende und Kulturanbieter, Vereine, Verbände und Netzwerke, Verantwortliche in Politik und Verwaltung, Kulturförderer und -partner und Kulturinteressierte in ganz Westfalen-Lippe - gemeinsam eine Vision und konkrete Ziele für die Entwicklung von Kunst und Kultur in der Region erarbeiten.
Der Prozess und seine Ergebnisse sind ein offenes Angebot zur Beteiligung an alle Kulturakteure, wodurch sie sowohl für ihre eigenen Anliegen profitieren als auch die Kulturlandschaft Westfalen-Lippe insgesamt stärken.
Der Prozess konkurriert nicht mit anderen Kulturplanungsvorhaben in der Region, versucht aber Synergien herzustellen, zu nutzen und zu befördern.
Das Vorhaben einer Kulturentwicklungsplanung für Westfalen-Lippe wurde durch das Projekt "Kultur in Westfalen" initiiert und zum ersten Mal auf der Westfälischen Kulturkonferenz 2011 thematisiert.
Drei Entwicklungsstränge
Konkret sollen vor allem drei Entwicklungsstränge verfolgt werden; sie wirken sich in alle Bereiche der Kulturarbeit und Kulturpolitik aus:
- Kulturplanung: Der Entwicklungsstrang Kulturplanung hat zum Ziel, möglichst viele Kulturplanungen und kulturpolitische Diskurse in Kommunen, Einrichtungen und Organisationen zu initiieren und zu fördern sowie Synergien herzustellen bzw. zu nutzen.
Unterstützt wird dies durch die Seite Hilfe für Kulturplanung , die Tagung Kulturplanung in Westfalen-Lippe am 31. Mai 2012 in Siegen, durch sieben Pilotplanungsprozesse und bislang zwei konkrete Projekte auf der Grundlage der Visionskonferenz am 6.-7.9.2012 in Hamm, - Gemeinsam handeln: Der Entwicklungsstrang zielt auf die Entwicklung und Umsetzung von gemeinsamen, westfalenweiten Projekten und Programmen mit Strahlkraft nach innen und außen.
Durch das Projekt „Kultur in Westfalen“ sind mit dem literaturland westfalen, Gärten und Parks in Westfalen-Lippe sowie „Klosterlandschaft Westfalen“ schon vor der Kulturagenda erste Akzente gesetzt worden.
Bei der Visionskonferenz haben die Teilnehmenden weitere Handlungsfelder benannt und konkrete Projekte skizziert.
- Kulturfachliche Knotenpunkte: Dieser Entwicklungsstrang zielt auf die Entwicklung bzw. Stärkung von Kommunen oder Organisationen, die besondere Erfahrungen und Kompetenzen in einem wichtigen Feld der Kulturarbeit haben. Diese sollen in die Lage versetzt werden, andere Kommunen oder Organisationen mit ihrem Wissen beraten oder unterstützen zu können.
Langfristig könnte so ein sich selbst regulierendes und organisierendes System der Beratung, Unterstützung und Kooperation in Kulturplanung und Kulturarbeit entstehen.
Durch dieses Teilen von Wissen werden Synergien erzeugt, Stärken gestärkt und besser bekannt gemacht. Die vorhandenen, vielfach jedoch zu wenig bekannten Kompetenzen und Potenziale sollen so für andere ohne großen Kostenaufwand und ohne dass neue Strukturen geschaffen werden nutzbar werden.
Visionskonferenz: Vision – Handlungsfelder – Projekte
Am 6. bis 7. September 2012 hat in Hamm die Visionskonferenz als zentrale konzeptionelle Veranstaltung der Kulturagenda Westfalen stattgefunden.
Unter der Leitfrage „Wie soll die Kultur in Westfalen-Lippe in 2025 aufgestellt sein und wie kommen wir dahin?“ kamen rund 150 Kulturakteure aus ganz Westfalen-Lippe zusammen. Gemeinsam erarbeiteten sie eine Vision für die Kultur in Westfalen im Jahr 2025 und leiteten daraus Handlungsfelder sowie konkrete Projekte ab, an denen sie gemeinsam arbeiten wollen.
Moderation und Steuerungsgruppe
Die Kulturagenda Westfalen wird moderiert vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe und von einer Steuerungsgruppe fachlich begleitet.
Konzept
Das Vorhaben einer Kulturentwicklungsplanung für Westfalen-Lippe erfolgt in mehreren Schritten und wird seit Frühjahr 2011 verfolgt.
Der konkrete Vorschlag wurde von Kulturberater Reinhart Richter erarbeitet und im Dezember 2011 vorgelegt. Nachdem sich im April 2012 die Westfälische Kulturkonferenz 2012 als Gesamtheit der Kulturakteure in der Region deutlich für das Vorhaben ausgesprochen hat, erfolgt seit Mai 2012 die konkrete Umsetzung unter dem Namen "Kulturagenda Westfalen".
> Kurzinformationen zur Kulturagenda Westfalen hier herunterladen.
> Das ausführliche Konzept zum Planungsprozess hier herunterladen.
Aktueller Stand
zuletzt aktualisiert: Oktober 2012
Entwicklungsstrang Kulturplanung
Bei der Fachtagung „Kulturplanung in Westfalen-Lippe“ am 31. Mai 2012 in Siegen wurde das Angebot vorgestellt, maximal acht Pilotplanungsprozesse durchzuführen. Die Kosten für Beratung und Moderation werden aus Mitteln der Kulturagenda beglichen.
Um die Teilnahme haben sich 18 Städte und Gemeinden bzw. kommunale Kooperationen, Kreise und Kultureinrichtungen mit insgesamt über 30 Kommunen beworben. Rund ein Dutzend weitere Kommunen und Kulturorganisationen wollen die Prozesse als Beobachter intensiv begleiten.
Entwicklungsstrang Gemeinsam handeln
Bei der Visionskonferenz verständigten sich die Teilnehmer auf Handlungsfelder, von denen elf als besonders wichtig erachtet wurden, und stellten dazu konkrete Programme vor. Diese werden nun von den Initiatoren mit Unterstützung des Projektteams „Kultur in Westfalen“ weiter bearbeitet.
Strategische Planungen und Planungsabsichten
Wichtig ist es, möglichst viele Informationen über bestehende und beabsichtigte strategische Kulturplanungen in den Kommunen und bei Kulturorganisationen und anderen Kulturträgern in Westfalen-Lippe zu erhalten. In diesem Fragebogen können Sie uns Ihre Planungen und Planungsabsichten mitteilen. Die Ergebnisse der Umfrage veröffentlichen wir auf unserer Seite Hilfe für Kulturplanung.
Weshalb eine Kulturentwicklungsplanung für Westfalen-Lippe?
Schnelle gesellschaftliche Veränderungen – besonders der demografische Wandel, die Globalisierung und die digitale Welt – fordern, dass wir auf Zukunft hin agieren. Dies bedeutet, dass wir gemeinsam Zukunftsziele für die Kultur auch in der großen und vielfältigen Region Westfalen-Lippe erarbeiten müssen, um zielgerichtet agieren zu können.
Mit gemeinsamen Zukunftsorientierungen stärken wir Kunst und Kultur nach außen und nach innen. Eine starke, kreative und selbstbewusste Kulturlandschaft Westfalen-Lippe weckt Aufmerksamkeit, lädt ein zu Teilnahme und strahlt überregional.
Auch das Europa der Regionen verlangt ein starkes Westfalen, welches sich besonders über die gemeinsame Kultur definiert. Und nicht zuletzt bietet ein starker Auftritt der Kultur Synergien zur westfälischen Wirtschaft – für einen gemeinsamen Auftritt in und für Westfalen-Lippe.

